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Tinnitus

Akuter und chronischer Tinnitus

Zwischen 5 und 15 % aller Erwachsenen erleben irgendwann in ihrem Leben einen länger andauernden Tinnitus. Experten unterscheiden hierbei zwischen einem akuten und einem chronischen Tinnitus.

Aber wo liegt der Unterschied zwischen diesen beiden Arten? Und was kann man gegen den plötzlich auftretenden, lästigen Ton im Ohr tun?

Wo liegt der Unterschied zwischen akutem und chronischem Tinnitus?

Experten sprechen von einem akuten Tinnitus, wenn die Ohrgeräusche nicht länger als 3 Monate bestehen. Besteht der Tinnitus länger als 3 Monate, spricht man von einem chronischen Tinnitus. 

Akuter Tinnitus – keine Zeit verlieren!

Sie haben vor kurzem lästige Ohrgeräusche bemerkt? Ein akuter Tinnitus ist zwar kein Notfall aber sollte so schnell wie möglich von einem Arzt begutachtet werden. Sie sollten daher keine Zeit verlieren und einen HNO-Arzt aufsuchen, damit dieser eine Untersuchung des Ohrs sowie einen Hörstest vornehmen kann. Durch die unmittelbare Untersuchung von einem Spezialisten erhöhen Sie Ihre Heilungschance enorm.

Die gute Nachricht: der akute Tinnitus verschwindet bei 80 % der Betroffenen im Verlauf der Behandlung oder auch ohne Behandlung weitgehend vollständig. 

Behandlungsmöglichkeiten eines akuten Tinnitus

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem akuten Tinnitus sind vielfältig. Besonders die Behandlung mit Kortison wird von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde empfohlen.

Tritt keine “Selbstheilung” des Tinnitus nach ungefähr 24 bis 48 Stunden ein, kann zu einer Behandlung mit Kortison übergegangen werden.

Wie genau Kortison bei einem Tinnitus wirkt, ist nicht bekannt. In der Diskussion stehen sowohl durchblutungsfördernde als auch immunologische Effekte. Auch eine Entzündungshemmung sowie Abschwellung wird angenommen. 

Um eine gute Wirkung des Kortisons zu gewährleisten, wird das Medikament bei der Behandlung intravenös, also direkt in die Blutbahn, verabreicht. Studien haben die Wirksamkeit dieser Methode eindeutig belegt.

In der Regel wird bei der Behandlung mit Kortison mit einer hohen Dosis (500 mg pro Tag) begonnen. Die Gesamtdauer der Therapie beträgt in der Regel 10 Tage – über diesen Zeitraum wird die Dosis kontinuierlich reduziert.

Wie viele Personen leiden unter akutem und chronischem Tinnitus?

Laut einer Erhebung der Deutschen Tinnitus Liga leiden etwa 2,7 Millionen Menschen an chronischem Tinnitus. 2,9 Millionen Menschen haben mit einem akuten Tinnitus zu kämpfen. Bei ca. 340.000 deutschen Betroffenen wandelt sich der akute in einen chronischen Tinnitus um. 

Was tun bei neu aufgetretenem Tinnitus? 

Tinnitus wird als Eilfall beschrieben. Nicht als Notfall. Daher gilt es, bei einem akuten Tinnitus zunächst Ruhe zu bewahren. Verschwinden die Ohrgeräusche nach einigen Minuten nicht, sollten Sie jedoch keine Zeit verlieren und einen HNO-Arzt oder eine HNO-Ambulanz kontaktieren. 

Grundsätzlich gilt: Je früher Sie mit der Behandlung eines Tinnitus beginnen, desto besser sind die Chancen, diesen erfolgreich zu behandeln.

Wie läuft die Behandlung ab?

Der behandelnde Arzt wird Ihnen zunächst einige Fragen bezogen auf Ihren Gesundheitsstatus stellen. Wie hören sich die Ohrgeräusche an? Wann sind sie das erste Mal aufgetreten? Haben Sie Schmerzen auf dem betroffenen Ohr? Nach der Beantwortung dieser Fragen schließt sich meist eine Untersuchung des Gehörgangs sowie ein Hörtest an. Auch die Gefäße am Hals werden abgehorcht. 

Auf Basis der sich hieraus ergebenden Resultate kann festgestellt werden, um welche Art von Tinnitus es sich handelt. Durch die Klassifizierung des Tinnitus kann dann eine Behandlungsform festgelegt werden.

Jan Becker, Tinnitus Selbsthilfe

Jan Becker

Gründer, Tinnitus Selbsthilfe

Herr Becker hat mit Hilfe von Hör-Experten und HNO-Ärzten alle wichtigen Informationen zu Tinnitus und anderen Hörschwierigkeiten auf diesem Portal aufbereitet.

Quellen und weitere Literatur

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