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Hörakustiker

Ein persönlicher Erfahrungsbericht ĂŒber die Hörakustiker-Mafia

Ein Bericht von Ben Peters

Ben ĂŒber seine Erfahrungen
beim Hörakustiker

Ich besuchte meine Oma jedes Jahr im Sommer. Sie wohnte in einem kleinen Bauernhof am Rande der Eifel und als Kinder war der Besuch bei Oma immer das Highlight des Jahres.

Ich erinnere mich noch, als ob es gestern wĂ€re an die HĂŒhner auf dem Hof, die riesigen ApfelbĂ€ume im Garten und die alte Scheune in der immer noch der alte Traktor meines Opas stand. Es waren gute Jahre.

Als ich Àlter wurde, nahm ich mir jeden Sommer zwei Wochen frei um Oma zu besuchen.

Ich arbeitete mittlerweile als Programmierer bei Apple in New York und der Hof war nach dem Tod meines Opas nicht mehr im besten Zustand. Ich nutze die Zeit bei Oma um Arbeiten am Haus und Garten zu erledigen.

Nach getaner Arbeit gab es dann Abendessen. Oma machte Braten, Gulasch oder Spaghetti, die jedes Mal so schmeckte, wie ich Sie als kleiner Junge in Erinnerung hatte.

Satt und erledigt vom Tag setzen wir uns dann glĂŒcklich in die Zwei alten Ledersessel mit ausziehbarem Fuß Tisch vor den Fernseher und ließen den Tag ausklingen.

Dabei viel mir auf, dass der Fernseher in diesem Jahr sehr laut eingestellt war. Auch hatte ich oft das GefĂŒhl, dass Oma nur die hĂ€lfte von dem Verstand, was ich ihr beim Abendessen erzĂ€hlte. 

Ich fragte, ob sie alles gut verstehen wĂŒrde und wie sie so war, bejahte sie die Frage natĂŒrlich ausgiebig.

Ich war mir da nicht so sicher und vereinbarte fĂŒr die nĂ€chste Woche einen Hörtest beim HNO.

Nach vielem Hin und Her waren wir letztendlich in Opas altem Renault auf den Weg zum HNO nach Köln.

Oma hasste Ärzte und nutzte die Fahrtzeit, um mir ausgiebig zu erklĂ€ren, dass Sie noch nie einen Arzt gebraucht hat.

hörrgerÀte

Das Ergebnis des Hörtests beim HNO war dann leider eindeutig: hochgradige Schwerhörigkeit.

Ich fragte den HNO also nach einem HörgerĂ€t. Er wiederum erklĂ€rte mir aber, dass er selber kein HörgerĂ€t ausstellen dĂŒrfe und wir uns mit seiner Überweisung (medizinischen Verordnung) an einen Hörakustiker wenden mĂŒssten.

Die Stimmung von Oma ging spĂŒrbar in den Keller und wir machten uns wieder auf den Weg Richtung Eifel.

Zu Hause angekommen fing ich dann an zu googeln und war erstaunt ĂŒber die Menge an Hörakustikern, die ich online fand. GefĂŒhlt gab es in Köln an jeder Ecke einen Laden, was in mir eine gewisse Erleichterung auslöste, da es anscheinend eine Lösung zu unserem Problem gab. 

Ich suchte mir also einen Akustiker einer großen Kette aus und machte telefonisch einen Termin fĂŒr den nĂ€chsten Tag. 

Und wieder waren wir im alten Renault auf den Weg in die Stadt. Diesmal nicht zum HNO, sondern zum Hörakustiker. 

Beim Akustiker angekommen wurde wieder ein Hörtest gemacht, den Oma widerwillig ĂŒber sich ergehen lies.

Der Akustiker selbst machte einen professionellen Eindruck. Er war gut gekleidet und die Hornbrille verlieh ihm einen professionellen Eindruck.

Er erklĂ€rte uns, dass ein HörgerĂ€t heutzutage wie ein Mini-Computer funktionieren wĂŒrde und sich jeglichen Alltagssituationen per App und Bluetooth automatisch anpassen wĂŒrde.

Da ich selbst jahrelang fĂŒr Apple als Programmierer gearbeitet hatte, fand ich das natĂŒrlich klasse und freute mich, dass es fĂŒr Omas Hörprobleme eine technisch ausgereifte Lösung gab. 

Er wies uns aber auch darauf hin, dass wir mit der Überweisung vom HNO nur ein Standard GerĂ€t bekommen wĂŒrden und uns ein richtig gutes HörgerĂ€t bis zu 6.000 € kosten wĂŒrde. 

Ich fiel fast vom Stuhl. Bis zu 6.000 € fĂŒr ein HörgerĂ€t? Das kann doch nicht sein.

Ich stellte mich dumm und fragte ihn, warum ein professionelles HörgerĂ€te so teuer wĂ€re. Er erklĂ€rte mir, dass ich doch sicher nur das beste fĂŒr meine Oma haben wollte und man heutzutage auf eine App und Bluetooth Verbindung zum Fernseher bei HörgerĂ€ten nicht mehr verzichten sollte. 

Kurz ĂŒberlegte ich, ob ich ihm auf die Nase binden sollte, dass ich mich mit Technik auskannte aber Oma war schon auf dem Weg nach draußen.

Es ging also wieder Richtung Eifel. 

Zu Hause angekommen merkte ich, dass Oma traurig war. Die Diagnose schwerhörig zu sein, setze ihr zu und sie ging an diesem Abend, ohne fernseh zu schauen ins Bett.

Ich muss mir was ĂŒberlegen und fing an zu googeln. Mir fiel relativ schnell auf, dass Hörakustiker in Deutschland nicht gerade den besten Ruf besaßen. Zahlreiche Foren berichteten ĂŒber Hörakustiker, die unwissenden Rentner ĂŒberteuerte HörgerĂ€te verkauften.

Die Stiftung Warentest kam zum selben Ergebnis: 

“Knapp jeder Dritte ist unzufrieden mit ihrem HörgerĂ€t. Nur 68 % der Befragten sind zufrieden.”

Siehe: https://www.t-online.de/leben/id_86664246/hoergeraeteakustiker-servicequalitaet-schwankt-laut-stiftung-warentest-stark.html

Auch verstand ich langsam, dass die KostenĂŒbernahme fĂŒr HörgerĂ€te durch die Krankenkasse bei 1.412,89 Euro aufhörte und der Hörakustiker jeden Euro ĂŒber diesen Betrag, zusĂ€tzlich abrechnen konnte.

Wie beim Autoverkauf hatte er also ein betriebswirtschaftliches Interesse, das HörgerÀt mit jeglichem schnick Schnack, so teuer wie möglich zu verkaufen.

Jetzt verstand ich auch, warum es in Deutschland fast an jeder Ecke einen Hörakustiker gab. Es ist ein lukratives GeschÀft mit ahnungslosen Kunden.

Ich googelte weiter.

Von meiner Arbeit bei Apple wusste ich, dass technische Innovationen immer erst aus Amerika kamen und 2-3 Jahre spÀter bei uns in Deutschland eintrafen. Also schaute ich mit aus Neugier den amerikanischen HörgerÀte-Markt genauer an.

Was ich dann sah, verschlug mir fast die Sprache. Junge Start-ups wie ARTISTE aus dem Silicon Valley hatten das HörgerĂ€te Monopol der großen US-Hersteller zerstört und verkauften HörverstĂ€rker mit Bluetooth und Akkubetrieb fĂŒr unter 100 € und nicht fĂŒr 6.000 € wie unser Akustiker aus Köln (siehe amazon.de/artist).

Mir war schon klar, dass es sich nicht um ein HörgerĂ€t handelte, sondern um einen HörverstĂ€rker zum umlegen, aber das war fĂŒr meine Oma perfekt.

Sie brauchte die Hörhilfe besonders beim Fernsehschauen und im GesprÀch mit meiner Mutter oder wenn ich zu Besuch war.

Das kann doch nicht wahr sein, dachte ich mir und rief meinen alten Arbeitskollegen Max in New York an. Max wohnte mittlerweile mit zwei Kinder und der Mutter seiner Frau in Brooklyn und war bei Apple mein Vorgesetzter.

Er freute sich ĂŒber meinen Anruf, wenngleich er auch verwundert war, dass ich mit ihm ĂŒber HörgerĂ€te sprechen wollte. Er versicherte mir, das auch die Mutter seiner Frau einen HörverstĂ€rker von ARTISTE nutze und lachte sich kaputt darĂŒber, dass ich fast 6.000 € fĂŒr ein HörgerĂ€t ausgegeben hatte. 

„ Ben, die Dinger werde heutzutage im 3D-Drucker hergestellt, das kostet keine 6.000 € mehr”.

Wir quatschen noch bis tief in die Nacht ĂŒber die guten alten Zeiten in New York und ich verabschiedete mich mit dem Versprechen, ihn bald wieder zu besuchen.

Bevor ich ins Bett ging, bestellte ich Oma noch das ARTISTE HörgerÀt bei Amazon und schlief ein ( finden Sie hier: www.amazon.de/artiste).

In den nĂ€chsten Tagen verschwieg ich Oma, dass ich ihr ein HörgerĂ€t gekauft hatte. Sie war sowieso nicht gut auf die Thematik zu sprechen. Als es aber dann ein paar Tage spĂ€ter ankam, musste ich mir erstmal eine Predigt anhören, warum ich soviel Geld ausgegeben habe. 

HörgerÀte Test

Ich erklĂ€rte ihr, dass es nur 99 € gekostet hatte, sehr gute Bewertungen bei Amazon hatte und sie eine 45-tĂ€gige Geld-zurĂŒck-Garantie hĂ€tte, wenn es ihr nicht gefĂ€llt. 

Immer noch skeptisch packten wir die GerÀte aus und setzten es ihr ein.

Und fragte ich? Wie Oma so war erwiderte sie:  „Wie und? Lass uns fernseh schauen.” 

Wir setzen uns in unsere zwei alten Ledersessel mit den ausziehbaren Fuß BĂ€nken und schalten den Fernseher an.

Der Fernseher ging an und was dann passierte werde ich nie vergessen:

Oma schaute mich an, fing an zu grinsen und sagte: „GrundgĂŒtiger ist der Fernseher laut!” 

Wir musste beide laut lachen.

Es waren gute Jahre mit Oma und ich war froh, ihr auch mal helfen zu können. Sie war immerhin mein ganzes Leben fĂŒr mich da.

Aber nicht jede Oma, Opa, Vater oder Mutter hat einen Sohn, der sich mit Computern und Technik auskennt.

Ich denke, das ist auch der Grund, warum es sich HörgerĂ€tehersteller und Hörakustiker immer noch erlauben können, so viel Geld fĂŒr HörgerĂ€te in Deutschland zu verlangen. 

Es ist die pure Abzocke die mit der Angst und Unwissenheit der Àlteren Menschen spielt.

Bitte merken Sie sich daher: HörgerĂ€te werden heutzutage in 3D-Druckern von Maschinen hergestellt und das kostet keine 6.000 € mehr.

hoergeraet-erfahrungen

Die Amerikaner sind uns hier ein paar Jahre voraus und verkaufen HörgerĂ€te fĂŒr unter 100 €, die den teuren deutschen GerĂ€ten in nichts nachstehen (z.B das von meiner Oma siehe: www.amazon.de/artist).